Ich bezeichne meine Arbeit bewusst als
psychologische Begleitung.
Nicht, weil ich psychische Erkrankungen oder
die Möglichkeiten einer Psychotherapie
gering schätze. Sondern weil mein Blick
auf Menschen nicht mit einer Diagnose beginnt.
Die medizinische Behandlungslogik folgt häufig
einem vertrauten Weg: Beschwerden erkennen,
Symptome einordnen, eine Diagnose stellen
und eine geeignete Behandlung auswählen.
Das kann notwendig und ausgesprochen hilfreich sein.
Aber nicht alles, was uns belastet, ist eine
Krankheit. Erschöpfung kann eine Antwort auf
dauerhafte Überforderung sein. Angst kann
mit früheren Erfahrungen zusammenhängen.
Beziehungsschwierigkeiten können aus
Schutzstrategien entstehen, die einmal
sinnvoll waren.
Eine Diagnose kann etwas beschreiben.
Sie erklärt aber nicht zwangsläufig,
warum ein Mensch heute so empfindet,
denkt und handelt, wie er es tut.
Mich interessiert deshalb weniger die Frage:
„Was stimmt mit Ihnen nicht?“
Was haben Sie erlebt? Was hat Sie geprägt?
Welche Muster sind daraus entstanden?
Was hält Ihre Belastung heute aufrecht –
und welche Veränderungen könnten Ihnen
neue Möglichkeiten eröffnen?
Dazu gehört für mich der ganze Mensch:
seine Geschichte, sein Denken und Fühlen,
sein Körper und Nervensystem, seine
Beziehungen und die Lebensbedingungen,
unter denen er lebt.
Ich arbeite mit psychologischem Wissen,
Erfahrung, Gespräch, Körperwahrnehmung
und unterschiedlichen Methoden der
Selbsterkundung. Aber keine Methode
steht über dem Menschen. Und keine Diagnose
sollte zu einer Schublade werden.
Sie dürfen Klarheit, ehrliche Rückmeldung
und Zusammenarbeit auf Augenhöhe erwarten.
Nicht die Vorstellung, ich wüsste besser
als Sie, wie Sie leben sollten. Sondern die
gemeinsame Suche nach dem, was Ihnen hilft,
sich selbst zu verstehen und wieder
freier entscheiden zu können.