• Geschlechtsidentität

    Wer, was, wie bin ich

    Sein, sein sollen, sein wollen

    Bist du im falschen Film, im falschen Körper oder nur nicht du selbst?

  • Geschlechtsidentität

    Wer, was, wie bin ich

    Sein, sein sollen, sein wollen

    Bist du im falschen Film, im falschen Körper oder nur nicht du selbst?

  • Geschlechtsidentität

    Wer, was, wie bin ich

    Sein, sein sollen, sein wollen

    Bist du im falschen Film, im falschen Körper oder nur nicht du selbst?

Gott schuf den Menschen als Sein Abbild, als Mann und Frau schuf Er sie

Die Bibel

Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen

Spock

Persönliche Identität, Geschlechtsidentität, Rollenidentität, Erwartungshaltung, Selbstanspruch, Selbst- und Fremdbild, Bewusstes, Geprägtes, Unbewusstes, Konditioniertes... Blickst du da durch? In deinem eigenen Leben und auch dem deiner Eltern, Kinder, Freunde, Kollegen?

Ganz besonders in der Frage der sexuellen Ausrichtung, der Geschlechtsidentität sind bis heute eigentlich veraltete Vorstellungen und Erwartungen der Grund für viel Schmerz und Leid. Bevor wir das aber im Folgebeitrag näher betrachten, zunächst einmal die ganz einfache Frage:

Wer bist Du?

Nimm dir doch jetzt einmal ein paar Minuten Zeit für die Beantwortung dieser Frage, am besten, in dem du dir Notizen dazu machst. Für den Anfang kann eine "entweder oder"-Sichtweise reichen, und es geht um deine Einschätzung. DEINE allein!

  • alt - jung
  • Frau - Mann
  • groß - klein
  • ...

Wer bist du in Bezug auf andere?
Wer möchtest du in Bezug auf andere Sein?
Wer möchten deiner Meinung nach die anderen, sollst du sein?

Was entscheidet deiner Meinung nach in einem Augenblick, wer du bist? Hier ein paar mögliche Faktoren:

  • Körperlicher Zustand: Wach, erschöpft, gesund, aufgedreht...
  • Stimmung und Gefühle
  • Gerade aktive Gedanken und Fokussierung
  • aktuelle Tätigkeit
  • interagierende Menschen
  • ...

Jetzt sollten schon mehrere Zettel beschrieben sein und vielleicht mehr neue Fragen aufgetreten, als beantwortet sein. Hier schon die nächsten. Warum ist das so? Warum fällt es uns so schwer zu sagen/wissen, wer wir sind?

Zum einen liegt das an dem Problem, dass ein Gefäß nicht den Inhalt eines größeren aufnehmen kann. Unser bewusstes Erleben und auch unser Verstand machen nur einen (sehr) kleinen Teil unseres Gesamtgeistes, unserer zerebralen Aktivität aus. Wie sollte dieser kleine Teil ein wirkliches Verständnis des viel größeren Ganzen erlangen? Das ist wie ein gigantisches Mosaik, das Puzzle unseres Ichs. (Stichwort zum weiterlesen: Benutzerillusion, Radikaler Konstruktivismus) Es kann immer wieder ein anderer Teil in den Fokus des Bewusstseins gelangen, niemals aber die Gesamtheit der Teile und ihres Zusammenspiels. Und vielleicht deshalb haben wir nicht eine fest umrissene Persönlichkeit, die immer gleich ist. Und auch das, was wir von uns wahrnehmen, auch was wir preisgeben, ist nicht immer echt, authentisch oder dauerhaft stabil.

Im weiteren ein paar Blitzlichter dazu:

 

Darf ich mich vortellen?

Ich bin...

... Kay Morgenstern, Alter 39, verheiratet, ein Kind, Aussenhandelskaufmann.

Oder

... Fritz Boxx, der neue Buchhalter
... Friedrich False und im falschen Film

Sind das wirklich die wesentlichen DInge, die es über einen Menschen zu sagen gibt: Technische Daten und berufliche Funktion? Und doch sehen viele Vorstellungen genau so oder zumindest ähnlich aus. Aber wer ist die Person hinter der Funktion, lohnt sich Kommunikation?

"Ich bin Joe, neu in der Abteilung, bin ein eher ruhiger Typ, ein zumeist netter Kerl und ich mag mich. Leidenschaftlicher Schachspieler und Passivfussballer. Ich bin gern mit meinem Partner zusammen, möchte irgendwann vielleicht auch Kinder. Jetzt gerade bin ich ein bisschen nervös, und meine Bänderdehnung vom Joggen zwickt in den engen Schuhen."

Das gäbe große Augen, oder nicht?

Immer Ich - immer gleich?

Authentisch und dynamisch, geht das?

Stell dir vor du würdest heute Abend einschlafen, und morgen als jemand anderer aufwachen... Eine Szene aus einem Horrorfilm?

Nein, ganz normal. Unsere Persönlichkeit ist in ständiger Bewegung, sie reagiert auf äussere Einflüsse, auf Gefühle, Erinnerungen, den aktuellen Fokus und die erfordernisse des Moments. Die Inhalte des Bewusstseins verschieben sich dabei permanent, und zwar so sehr, dass schwerfällt deneben noch Ausgleich, innere Ruhe und Achtsamkeit zu finden.

In diesem Sinne ist unsere Persönlichkeit eher die Schnittmenge der verschiedenen Zustände und Möglichkeiten, also das, was mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, regelmässig oder quasi für eine Situation vorhersehbar sichtbar wird. Erfolgt die einmal nicht, und wir fallen aus dem Rahmen, der diese Schnittmenge ja ist, reagiert das Umfeld (manchmal auch wir selber) überrascht bis verärgert. Und so verfallen wir so oft ganz selbstverständlich in unsere kontextspezifischen Rollenmodelle.

Weiß der Schmetterling, dass er eine Raupe war?
Weiß die Raupe, dass sie ein Schmetterling sein wird?
Walter Ludin

Welche Rolle(n) spielst Du?

Und was bleibt hinter der Maske?

Rollen gehören dazu!

Bei der Arbeit bist du... Chef, Kollege, Hiwi, Entscheider, Kummerkasten, Macher, Looser, Kommunizierer ... Zuhause wird dann der Chef zum Vater, der Kollege zum Pfleger, der Hiwi zum Organisator, der Entscheider zum Genervten, der Kommunizierer still. In der Sportmannschaft...? Beim Klassen- oder Familientreffen...?

Auf der Bühne des Lebens spielen wir viele Rollen, abhängig von Umfeld, Aufgabe und Lebenssituation wird immer wieder zwisschen den unterschiedlichsten Rollen gewechselt. Da darf schon mal gefragt werden, Wer steckt denn da hinter den Masken und, hört das Theater auch mal auf? Wer führt im Hintergrund die Regie und passt das Drehbuch? Willst du spielen oder bleibt dir nur keine Wahl?

Es ist schwierig, sich seiner selbst in der vielfältigen Lebenssituationen bewusst zu bleiben, und Rollen helfen uns, Abläufe zu automatisieren, Abstimmungsbedarf zu reduzieren und Zusammenarbeit zu erleichtern. Aber wenn eine Rolle einmal falsch eingeübt, meint, z.B. nicht förderlich für eigenes Wohlbefinden ist, wird es schwer, Veränderung zu bewirken. Besonders weil wir uns unserer Rollen eben vielfach nicht bewusst sind. Aber es ist die Anstrengung allemal wert, Rollenverhalten zu überdenken, und immer mal wieder nachzuschauen, wer hinter den Masken steckt. Ob du die die Rolle spielst, oder ob du sie bist. Noch jemand zuhause? Oder nur Drama?

Warum forschet er [der Mensch] nicht nach den Bedürfnissen seiner Natur, daß er darauf baue den Genuß und den Segen seines Lebens? Warum sucht er nicht Wahrheit, die ihn in seinem Innersten befriedigt, die seine Kräfte entwickelt, seine Tage erheitert, und seine Jahre beseligt?
Johann Heinrich Pestalozzi

Identität ist nichts anderes als relatives Sein im absoluten Werden.

Lisz Hirn

Ich sollte anders sein

Warum bist du nicht OK, so wie du bist?

Wer sagt dir, wer oder wie du sein sollst? Ist es wichtiger die Erwartung anderer zu erfüllen, als ganz du selbst zu sein? Für viele von uns war das DIE Strategie unserer Kindheit: Anpassen, damit Papa und Mama lieb zu uns sind, damit wir Liebesentzug, Erziehung bis Bestrafung entgehen. Leider laufen Erwachsen werdeund ein Strategiewechsel nicht immer parallel, die Muster bleiben und die Angst vor ausbleibender Anerkennung hält uns gefangen. Der Chef ersetzt den Papa, die Partnerin nicht selten die Mama. Schönheitsideale, Mode und Medien machen das Maß voll. Und allzu schnell werden Vergleiche angestellt, bei denen die eigene Person nicht wirklich gut wegkommt.

Die eigenen Möglichkeiten, Ideale, Vorstellungen und Träume können dabei leicht unter die Räder kommen. Daher ist es so wichtig, zu erkennen, wer man wirklich ist, was man vom Leben erwartet, was man geben kann, ganz unabhängig von den Wünschen, Forderungen und Erwartungen anderer. Daher ist es wichtig Identität und Rollen unterscheiden zu können, bewusst und achtsam zu sein. Denn es ist immer OK genau so zu sein, wie man ist. Zum einen eben weil es so ist, denn Widerstand gegen etwas zu leisten, das doch nun einmal Tatsache ist macht keinen Sinn. Es ist doch (jetzt!), wie es ist. Du willst es ändern? dann triff eine neue Entscheidung, aber lass dir nicht sagen, auch nicht von dir selbst, dass du nicht OK wärst.

Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.

Dietrich Bonhoeffer

Multipel, gespalten oder einfach Flexibel?

Persönlichkeitsteile, Teilpersönlichkeiten

Persönlichkeit und Identität sind dynamische Prozesse unseres Gehirns, sie wandeln sich permanent, bringen aber immer wieder gleiche oder ähnliche Grundmuster zum Vorschein, wie gute oder schlechte Angewohnheiten oder Marotten.

Wie eigenständig sie diese Grundmuster präsentieren variiert sehr stark. Zumeist sind wir uns ihrer Existenz bewusst, sagen zum Beispiel, das ist meine "schwache Seite", wir haben unsere "Schattenseiten", Hochs und Tiefs. In manchen Fällen sind aber die jeweiligen Grundmuster stärker "dissoziiert", das heisst, stärker von einander getrennt, haben ein gewisses Eigenleben und in extremeren Fällen kommt es aus Sicht der Umgebung zum Auftreten autonomer Teilpersönlichkeiten, die u.U. dem Kernbewusstsein nicht zugänglich sind, und auch unter einander kaum bis keine Verbindung haben.

Echte multiple Persönlichkeiten sind sehr selten. In der Regel ist unser Geist in der Lage, seine Teile zu harmonisieren, zu synchronisieren und Extreme zu vermeiden. Die Grauzone ist allerdings groß und ein entweder normal - oder gespalten, gibt es kaum. Je weiter sich eine Person aber auf der Skala in Richtung autarker Teilpersönlichkeiten befindet, desto eher kommt es zu Schwierigkeiten.

Einen Mangel an Identität kann man nur durch einen Überfluß an Unverträglichkeit kompensieren.

Pavel Kosorin

Wer seine Identität verliert, der trägt am Wandel unserer Gesellschaft viel schwerer als einer, der sich in seinem Leben ein paar verlässliche Stützpfeiler erhalten konnte.

Siegfried Santura

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