Am Anfang der Veränderung

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Jammern hilft. Erstmal. Weil es den Druck mindert... Es macht aber auch nichts besser, löst nichts und behebt auch keine Ursachen. Bestenfalls bringt es in Form von Mitleid eine wenig förderliche Form von Aufmerksam ein, und manchmal denke ich, genau darauf zielen die Profi-Jammerer auch ab. Wie ist das in deinem Leben? Ist dein eigenes Leben ein Jammertal und/oder hörst du viele Klagen anderer? Immerhin ist man in guter Gesellschaft: "Hast du Stress? Ja ich hab auch Stress!" Da fühlt man sich doch gleich verbunden. Vielleicht einen Club aufmachen? Neben den notorischen Jammerern gibt es natürlich auch noch die Gelegenheitsjammerer. Die haben einfach im Moment die Nase voll (gerade in Allergiezeiten), stehen auf Burn-Out-Stufe gelb, sind aber in der Regel bald wieder mit dem Gejammer durch.

Der Anfang jeder Veränderung ist eine Entscheidung!

Klagst Du noch oder verwandelst Du schon?

Jammern ist erlaubt. Es gibt genügend Gründe, hin und wieder mal - auch ganz laut - "Sch....." zu sagen. Interessant wird es danach, denn was passiert, wenn erst mal Dampf abgelassen ist? Wars das dann bis zum nächsten Ausbruch, oder kommt es zur Frage nach dem Warum und dem Wunsch nach Verbesserungen? Anders gegfragt, jammerst du um des Jammern willens oder darfs vielleicht eine Problemlösung sein? Es gibt Patienten, die haben so einen großen Krankheitsgewinn, dass sie gar nicht gesund werden wollen, und nicht wenige sterben lieber als plötzlich ohne ihr Problem da zu stehen (unbewusst zumeist). Genauso gibt es die Klagegewinnler. Das ist ganz ähnlich, solche Menschen haben irgendwann in ihrem Leben gelernt, dass die Jammer-Strategie einen gewissen Erfolg bringt: Aufmerksamkeit, elterliche Liebe, Mitleid, bequemes verharren in der Opferrolle (oder "ein anderer machts")... Erfolgreiche Strategien behalten wir ziemlich resistent bei, und wenn sie nicht (mehr) auf Anhieb funktionieren, probieren wir es mit der von Paul Watzlawick so schön beschriebenen Methode "mehr vom gleichen", hier also mehr-jammern, statt einen Perspektivwechsel zu versuchen*.

Nicht wenige falsch gelernten Strategien bestimmen ganze Biographien.

Mach dich nicht zum Opfer

Wenn du eine positive Veränderung der Situation willst, gilt es eine wichtige Entcheidung zu treffen, um das aber zu können, musst du erst ein paar Dinge erkennen, z.B. wie die Situation entstanden ist, welche deiner Verhaltensmuster sie begünstigt oder aufrecht erhalten haben, du darfst Glaubenssätze auf ihren tatsächlichen Wahrheitsgehalt überprüfen usw.. Vor allem kannst du aufhören, dich selbst als Opfer zu sehen. Denn als Opfer setzt du voraus, dass du machtlos äusseren Einflussen unterworfen bist, was schnell auch zu "Schuld"-Zuweisungen im aussen führt. "Ich das Opfer, da der oder die Täter." Das kann ein ganzes Lebensprogramm werden. Ich fordere dich auf, diese Rolle aufzugeben und zum bewusst handelnden Erschaffenden in deinem Leben zu werden. Solange du in dem Gedanken lebst, dass über dein Leben anderswo entschieden wird, bist du handlungsunfähig, ohnmächtig und abhängig. Kann ja durchaus auch irgendwie bequem sein. Ich fordere dich auf, dein Leben als das das Resultat deiner Entscheidungen zu sehen, gerade auch derer, die du NICHT (denn auch das ist eine Entscheidung) bzw. unbewusst getroffen hast. Übernimm die Verantwortung für dein Leben. Diese für deinen Verstand vielleicht provokante oder unbequeme Geisteshaltung gibt dir aber die Macht über dein Leben zurück. Im Nachhinein (!)  falsche Entscheidungen kannst du revidieren und öfter als du vielleicht denkst, neu treffen. Entscheide bewusst und entscheide oft, darin liegt der Schlüssel der Selbstbesimmung. Wenn du dieses Feld anderen überlässt, wirst du vermutlich noch einiges zu beklagen haben.

Die Umstände deines Lebens zeigen (spiegeln) dir, welche inneren Kräfte wirken. Diese zu verstehen, sie anzunehmen und bewusst lenken zu lernen ist dem Jammern aus meiner Sicht unbedingt vorzuziehen.

Triff deine Entscheidung

Ist dein Leben ein Jammertal? Entscheide dich für Veränderung. Fühlst du dich nicht wohl oder unzufriefen mit dir? Entscheide dich für Verwandlung. Du kannst vom Opfer zum Erschaffenden oder Schöpfer werden.

Es ist DEIN Leben. Mach es dazu!

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* Wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast, dann wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast. Wenn Du etwas anderes haben willst, musst Du etwas anderes tun! Und wenn das, was Du tust, Dich nicht weiterbringt, dann tu etwas völlig Anderes – statt mehr vom gleichen Falschen!

Paul Watzlawick, Philosoph, 1921 – 2007

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